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27.10.2011 07:34 Alter: 119 Tage
Kategorie: Aktuelles

Führerschein: Schlechte Prüfungsergebnisse im Osten

Theorie-Prüfung

Theorie-Prüfung: Fahrschüler sind überfordert

Fast dreißig Prozent aller Fahrschüler fallen durch die theoretische Prüfung für die Fahrerlaubnis durch. Das ergibt sich aus aktuellen Statistiken des Kraftfahrtbundesamts für das Jahr 2010. Die Daten zeigen wie schon in den Vorjahren große regionale Unterschiede bei den Durchfallquoten. In Sachsen-Anhalt scheitern die meisten Prüflinge bei der Theorie-Prüfung.

Ein Viertel scheitern an der praktischen Fahrprüfung

Bundesweit fielen im vergangenen Jahr 28,7 Prozent durch die theoretische Prüfung durch. 2009 lag dieser Wert noch bei 29,9 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren pendelte die Durchfallquote grundsätzlich zwischen 25 und 30 Prozent. Bei der praktischen Fahrprüfung sind die Durchfallquoten mit 25,7 Prozent etwas niedriger und bewegen sich in etwa auf den Niveau des Vorjahren.

Ost-Westgefälle bei Prüfungen
Auffällig ist das Ost-West-Gefälle. In den neuen Bundesländern fallen deutlich mehr Fahrschüler durch die Prüfung. Am wenigsten Probleme gab es 2010 in Hessen. Dort fielen 23,7 Prozent durch die Theorie, während 19,8 Prozent an der praktischen Fahrprüfung scheiterten.

Fast 40 Prozent fallen in Sachsen-Anhalt durch
Von einem solchen Wert können die Fahrlehrer in Sachsen-Anhalt nur träumen. 2010 wurden in dem Bundesland 37.940 theoretische und rund 36.200 praktische Prüfungen für eine Fahrerlaubnis abgenommen. Davon wurden den Angaben zufolge in der Theorie 38,7 Prozent und in der Praxis 37,2 Prozent nicht bestanden. Bei der Praxis-Prüfung ist nur der Stadtstaat Hamburg mit einem Wert von rund 40 Prozent noch schlechter.

Bessere Ergebnisse als in den Vorjahren
Immerhin hat sich die Qualität der Prüflinge in Sachsen-Anhalt verglichen zu den Vorjahren verbessert. 2009 und 2008 lagen die Durchfallquoten in der Theorie noch bei rund 44 Prozent. Dennoch belegt das Land im Ranking nach wie vor den unrühmlichen letzten Platz.

Fahrlehrerverband warnt vor Selbstüberschätzung

Die hohe Durchfallquote lässt sich nach Angaben vom Vorsitzenden des Landesfahrlehrerverbandes, Wolfgang Prescher, schwer erklären. Zwischen Ostsee und Bayrischem Wald unterschieden sich die Anforderungen und Fragebögen nicht. Er halte Gleichgültigkeit und Selbstüberschätzung bei den jungen Leuten für eine Ursache, sagte Prescher. Auch das teilweise schlechte soziale Umfeld könne eine Rolle spielen. Das Ansinnen, die Fahrerlaubnis schnell und billig erwerben zu wollen, nannte er unrealistisch. Die Meinung, alles schon zu können, trage mit zur hohen Durchfallquote bei.

ACE nimmt Fahrschulen in die Pflicht
Eine andere Erklärung für die schwachen Ergebnisse hatte im vergangenen Jahr der Auto Club Europa (ACE) geboten. Der ACE sieht die Verantwortung eher bei den Fahrschulen. Diese sollten sowohl den theoretischen Unterricht als auch die Unterweisung im praktischen Teil verbessern.

Fahrerlehrer weisen Vorwürfe des ACE zurück

Allerdings könnte es laut ACE sein, dass die Fahrschulen gar kein Interesse an einer Verbesserung der Situation haben, da sie an sogenannten "Wiederholungstätern" gut verdienen. Diesen Vorwurf wiesen damals die Fahrlehrer in Sachsen-Anhalt zurück.

Quelle: mfu , dapd

Überblick der Durchfallqoten finden Sie hier