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23.08.2010 15:32 Alter: 1 Jahre
Kategorie: Aktuelles

So schützen Sie Ihr Auto vor Marderschäden

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Jetzt sind sie wieder aktiv (Foto: dpa)

Ob Achsmanschetten, Zündkabel oder Unterdruckschläuche: Wir sagen Ihnen, wie Sie Mardern den Appetit an Ihrem Auto verderben. Wichtig: Kfz-Versicherungen bezahlen nicht alle Schäden, die von Mardern verursacht werden.

Tierischer Vandalismus im Frühjahr
Vom Frühjahr, kurz vor der Paarungszeit, bis in den Spätsommer hinein sind Marder besonders aktiv. Oftmals sind parkende Autos Austragungsort ihrer Territorialkämpfe. Um Nebenbuhler von ihren Weibchen fernzuhalten, stecken Marder-Rüden ihre Reviere ab und markieren die Grenzen mit Urin.

Typische Marderschäden
Kommt man mit seinem markierten Auto in das Revier eines anderen Marders, lebt dieser seine Aggressionen nicht selten im Motorraum aus. Marder verursachen mit ihren Bissen in Gummi- und weiche Kunststoffteile jährlich beträchtliche Schäden am Auto. Am häufigsten sind Bauteile wie Zündkabel, Kühlwasser-Schläuche, Faltenbälge, Stromleitungen oder Isoliermatten betroffen. Laut ADAC greifen die Nager Bremsschläuche, Kraftstoffleitungen, Keilriemen oder Reifen weniger gerne bis gar nicht an.

Die Versicherung zahlt nicht bei Folgeschäden
Einige Anbieter übernehmen Reparaturkosten aufgrund von Marderschäden. Ersetzt werden aber nur die unmittelbar beschädigten Teile, nicht die möglichen Folgeschäden. Zieht beispielsweise ein zerbissener Kühlwasserschlauch einen Motorschaden durch Überhitzung nach sich, so sind nur die Kosten für den Kühlwasserschlauch abgedeckt. Wurde ein Selbstbehalt vereinbart, so liegt dieser oft über den Reparaturkosten, so dass der Versicherte gar keine Erstattung erhält.

Wissenswertes über den Marder
Anfang der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts war der Steinmarder (martes foina) in Deutschland fast ausgerottet: Die schlanken, knapp katzengroßen Raubtiere wurden wegen ihrer Felle gnadenlos gejagt. Seither ist der Bestand in Deutschland wieder angewachsen. Die frühere Scheu vor Großstädten haben sie längst verloren. Parkende Autos wurden in den natürlichen Lebensraum mit einbezogen.

Motorwäsche vertreibt Duftspuren der Marder
Empfehlenswert ist eine Motorwäsche, wenn es an Ihrem oder einem anderen Fahrzeug in der Nähe einen Marderschaden gegeben hat; ebenso, wenn Sie Pfotenabdrücke auf der Motorhaube oder Spuren eines Marderbesuchs im Motorraum (Nahrungsreste, zerfetzte Gummiteile) entdecken. Denn auf Duftspuren reagieren andere Mardermännchen häufig mit besonderer Beiß-Wut. Daher werden auch Autos, die häufig den Standort wechseln, überdurchschnittlich häufig von Mardern heimgesucht. Dabei ist das Frühjahr die schadenträchtigste Jahreszeit.

Duftstoffe sind wenig wirksam
Eine Motorwäsche ist empfehlenswert, Duftstoffe aus diesem Grund nicht: Was immer Sie als "Geheimtipp" gehört haben (Hundehaare, WC-Steine, Abwehrsprays, Duftsäckchen, Mottenkugeln) - vergessen Sie’s. Denn es genügt meist schon eine Fahrt im Regen, um den Duftstoff abzuwaschen. Vor allem aber gewöhnen sich Marder sehr schnell auch an üble Gerüche und lassen sich dadurch nicht mehr stören, wie Versuche von Forschern bestätigen.

So schützen Sie die Kabel richtig
Geschlitztes Wellrohr aus Hartkunststoff zum Ummanteln der Zündkabel gibt es im Kfz-Zubehörhandel. Es sollte so verlegt und gesichert werden, dass es weder in bewegliche noch an heiße Teile geraten kann. An den Enden dürfen keine Scheuerstellen entstehen. Bietet den ebenfalls häufig angegriffenen Schläuchen und Achs-Manschetten keinen Schutz!

Billige Ultraschallgeräte taugen nichts
Ultraschallgeräte verjagen Marder mit Tönen von ständig wechselnder Frequenz, die der Mensch nicht hören kann. Einbau und Anschluss sind meist mit wenig Werkzeug möglich und innerhalb weniger Minuten durchführbar. Beispiel für ein solches Gerät: Super-Mausi (etwa 130 Euro). Billig-Produkte verzichten auf die Frequenzwechsel und bieten nur reduzierte bis gar keine Wirkung.

Stromschläge können helfen
Elektroschockgeräte als Marderschreck arbeiten mit metallischen Kontaktplättchen an möglichen „Marder-Einstiegstellen“, an die Hochspannung angelegt wird (Weidezaunprinzip). Bei Berührung gibt es einen Stromschlag. Aufgrund der Strombegrenzung keine Gefahr für Mensch und Tier. Träger von Herzschrittmachern und empfindliche Personen sollten jedoch die unten im Motorraum befestigten Kontaktplättchen nicht berühren. Geringer Stromverbrauch. Bei offener Motorhaube und eingeschalteter Zündung werden die Geräte durch entsprechende Verschaltung außer Betrieb gesetzt. Beispiel für ein solches Gerät: Sensor 717 (etwa 140 Euro), Einbauzeit etwa 1,5 Stunden.

VW bietet Motorraum-Abschottung
Marderschutz durch Abschottung des Motorraums – wird von Volkswagen für zahlreiche Modelle angeboten. Dabei verschließen Borstenvorhänge die seitlichen Öffnungen der Motor-Kapselung sowie ein Lochblech den rückwärtigen Zugang via Tunnel für das Abgasrohr. Ab Werk bestellbar für Golf 6 und Golf 6 Plus (185 Euro), nachrüstbar bei Golf 5, Golf 5 Plus und Golf 5 Variant (Letzterer ab Modelljahr 2007) sowie Jetta (ab Modelljahr 2005) und Touran (nur Benziner). Weitere Modelle in Planung. Der Einbausatz kostet knapp 90 Euro, dazu sind noch das zum jeweiligen Fahrzeug erforderliche hintere Lochblech sowie ggf. auch (bei Benzinern) eine untere Motorkapsel und evtl. ein neuer linker Innen-Kotflügel nötig.

Folgeschaden angebissenes Zündkabel
Vorsicht bei angebissenen Zündkabeln, sie können zu unrundem Motorlauf führen. Sofern der Motor nicht ohnehin abstirbt, ist von einer Weiterfahrt ohne genaue Diagnose abzuraten, da unverbrannter Kraftstoff den Katalysator schädigen kann.

Folgeschaden defekte Manschetten
Verletzungen an Gummimanschetten machen sich im Fahrbetrieb nicht sofort bemerkbar. Erst durch das folgende Eindringen von Schmutz und Wasser sowie durch den Verlust der Fettfüllung kommt es zur Schädigung der Antriebs- und Achsgelenke sowie ggf. der Lenkungsteile. Dies kann – insbesondere in letzterem Fall - auch zu einer Gefährdung führen. Werden die Schäden nicht rasch entdeckt, kann dies die Reparaturkosten drastisch erhöhen.

Folgeschaden angebissene Kühlwasserschläuche
Perforierte Kühlwasserschläuche führen zu einem Verlust an Kühlflüssigkeit mit der Gefahr der Motor-Überhitzung. Ein Verbiss von Unterdruckschläuchen kann zu Leistungsverlust führen, ggf. wechselt der Motor in das Notlaufprogramm.